Schmuckwochen in München

Im Rahmen der internationalen Schmuckwoche, die Anfang März in München stattgefunden hat, zeigen viele Gallerien und Museen zeitgenössischen Schmuck. Die Eröffnung in der Antikensammlung habe ich mir  am 6. März angesehen. Ich hatte erwartet, dass der Schmuck zwischen den antiken Vasen und Schmuckstücken präsentiert wird. Das hätte ein interessanter Dialog werden können. Aus welchen Gründen auch immer, haben sich die Veranstalter dazu entschlossen, die zeitgenössischen Schmuckstücke in einem eigenen Raum zu zeigen. Dafür waren da aber ein paar richtig schöne Teile darunter. Am besten haben mir die Sachen der Britin/Italienerin Jaqueline Ryan gefallen: Die Broschen, die Kette und der Ring waren geformt wie diesen zähen kleinen Blumen, die an windigen Küsten wachsen.

In der Villa Stuck läuft noch bis 7. April die Ausstellung „Aftermath of Jewellery. Schmuck aus Oslo und München“. Von je vier Künstlern aus beiden Ländern wird eine kleine Auswahl gezeigt. Zum Beispiel der Gorilla aus Haar, Blattgold, Kuhdarm, Samen und Silber von Eun Mi Chun aus München. Sehr kunstvoll gefertigt, aber trotzdem irgendwie seltsam die Sache mit dem Kuhdarm. Obwohl Wurst ja auch im Darm serviert wird, und die nehme ich ja auch in die Hand. Leicht eklig fand ich allerdings die Sachen von Stefan Heuser. Der arbeitet mit menschlichem Körperfett oder Muttermilch von jungen Müttern, die er in Perlenform presst. Aha. Das kann meinetwegen dann auch gerne hinter der Virtrine bleiben. Auf der anderen Seite gibt es jetzt vielleicht einen Verwendungszweck für das ganze Fett, das in den Münchner Schönheitskliniken aus den dicken Hintern gesaugt wird. Der Weg vom Big Mac ans Dekolleté mal anders. Dafür hat mich Sigurd Bronger mit seinen technischen Finessen begeistert. Obwohl seine Tragevorrichtung für ein Straußenei zwar ein wenig groß ist, sieht es es abgespact aus und ist technisch ausgefuchst.

Ebenfalls noch bis 7. April zu sehen sind die Schmuckarbeiten von Otto Künzli in der Schaustelle am der Pinakothek der Moderne. Da die PdM ja dieses Jahr geschlossen wird, um saniert zu werden, wurde vor dem Gebäude jetzt ein Container aufgestellt. Aber nicht irgendeiner: Dieser Ausstellungsraum des Architekten Jürgen Mayer H. aus Berlin bietet nicht nur einen überraschend geräumigen Innenraum sondern auch eine Dachterrasse, die im Sommer mit Medienarbeiten bespielt werden kann. Diese könnte man sich ja dann theoretisch mit einem After-Work-Sprizz genehmigen. Zur Zeit sind im Ausstellungsraum 80 Vitrinen mit Schmuckstücken von Otto Künzli zu sehen. Da sind wirklich sehr interessante Stücke darunter. Besonders witzig fand ich die Mickey-Mouse-Ringe (die Mickey Mouse scheint ihn zu faszinieren)  und das Objekt „1 Meter Liebe“: ein hohler Stab, der wie ein Herz geformt ist.

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