Firenze, ti amo!

Als ich das letzte Mal mit meiner besten Freundin (diesen Begriff darf ich verwenden, denn als diese Freundschaft geboren wurde, da kam der noch von Herzen) in den Urlaub gefahren bin, saß ich noch selbst hinter dem Steuer. Wer meine ausgeprägte Autophobie kennt, weiß, dass das schon lange her sein muss. Ja, ja, mit Anfang 20 gehört einem noch die Welt. Damals ging es nach Wien; der Kofferraum voller Klamotten, der Kopf voller Georg Danzer. Der Urlaub war einfach super, gewürzt mit der Portion Drama, die bei uns dazu gehört.

Drama gabs in diesem theatralischen Sinne nicht mehr, als wir den Nachtzug nach Florenz bestiegen. Eher postives Drama, aber dazu später mehr.

Für diesen Vier-Tage-Trip hatte ich genau eine Umhängetasche dabei. Alle Outfits waren auf den Wetterbericht und aufeinander abgestimmt. Ich hatte noch nie so wenig und trotzdem genau das Richtige dabei wie bei diesem kleinen Ausflug. Und da die Reise in die Stadt ging, die sich schon seit Jahrhunderten mit Mode auseinandersetzt, musste da natürlich eine gehörige Portion Chic mit ins Köfferchen. Auch das ist mir gelungen. Hat mich aber trotzdem nicht davon abgehalten einzukaufen. Siehe postives Drama, aber dazu später. Versprochen!

Vier Tage Florenz, das bedeutet in meiner Welt: vier Tage rumlaufen von einem Bild zur nächsten Statue und dazwischen noch so ein schnuckeliger Palazzo. Meine tapfere Liebste hat aber alles sehr interessiert mitgemacht. Ich hege sogar den berechtigten Verdacht, dass es ihr Spaß gemacht hat. Ansonsten hilft sie nämlich hysterischen Jugendlichen in die Schuhe! Santa Maria Novella mit Giotto-Kapelle und Masaccio-Trinität, der Duomo mit seiner Brunelleschi-Kuppel, das Baptisterium mit seinen Florenz-sucht-den-Reliefstar-Türen, vier Stunden Uffizien mit Sandro Botticellis wunderschönen Frauen, Piazzale Michelangelo mit San Miniato al Monte – um hier mal ein paar Eckpunkte zu nennen. Eine echte Überraschung war das Schuhmuseum von Salvatore Ferragamo. Da drin stehen sämtliche Entwürfe des Designers aus den 1930er Jahren bis in die 1970er. Eingerichtet ist das Museum wie ein Zauberland, was auch damit zu tun hat, dass Salvatore wohl eine lebhafte Fantasie hatte. Mir war vorher nicht bewusst, was für eine wichtige Rolle Schuhe in der Literatur- und Filmgeschichte spielen. Und der Museumsshop ist natürlich ebenfalls erste Sahne. Da stehen die ganzen wiederaufgelegten Schuhe aus vergangenen Zeiten und sind so hübsch, dass mir trotz 645 Euro echt das Herz geblutet hat, dass ich diese schicken Goldsandalen mit Nylonfäden (damals der neuste Schrei) da lassen musste.

Wir haben jeden Tag mit einem Capuccino samt Dolce con Crema begonnen. Den besten gibts übrigens in der Bahnhofskneipe. Den Abend haben wir nach einem Partynappy meist am Piazza San Ambrogio verbracht, bei einem Glas Sprizz oder Prosecco und Abendessen beim Aperitivo-Buffett. Auf dem Platz ist jeden Abend was los, hier sind die Studenten und Punks unterwegs. Wer es ein bisserl schicker mag, geht zum Aperitivo auf die andere Seit des Arno. Vor der Chiesa di Santo Spirito tummeln sich die eher hipperen Studenten mit den Intelektuellen und Schönen von Florenz. So zumindest mein Eindruck.

So, und das schönste jetzt zum Schluss: Am zweiten Tag, als wir schon vollkommen genervt die Bar gesucht haben, da ist es passiert. Wir haben das Paradies gefunden. Es lief etwa so ab. Zwei deutsche Frauen laufen schlecht gelaunt auf der Via dei Pilastri und nörgeln, weil der Gehsteig so klein ist, und überhaupt und sowieso. Hunger halt, kennt man. Plötzlich öffnet sich der Himmel, beziehungsweise ein Schaufenster erscheint, so schön eingerichtet, dass man stehen bleiben MUSS. Die Puppe trägt einen wunderschönen Tellerrock, im Regal daneben Schmuck, Handschuhe, Clutches. Und auf allen steht: Wo warst du so lange, Geliebte? Wir also sofort rein  – “ nur schnell schauen und dann schnell was essen“. 50 Minuten später sind wir dann wieder auf die Straße gestolpert, trunken von der Schönheit, die wir gerade erfahren haben. Ich erzähle hier keine Geschichten. Wer Lady Jane B. Vintage (Via dei Pilastri, 32) betritt und nichts fühlt, der sollte nochmal raus und nochmal reingehen. Vielleicht war das einfach zuviel für die H&M-verseuchte Seele.

Der Laden gehört Sabrina, einer wundervollen Florentinerin. Wie bei den meisten Italienerinnen ist an ihr alles schön, obwohl sie nicht im Miranda Kerr-Sinn schön ist. Sie hat diesen Laden vor ein paar Jahr eröffnet, weil sie die Mode liebt. Die Klamotten bezieht sie entweder als Vintage aus England oder Frankreich oder lässt sie von einer Freundin in London designen. Alles, was hier hängt, liegt und steht, ist von Sabrina persönlich ausgesucht. Und das merkt man. Wir sind gleich zweimal zum Einkaufen hingegangen. Nicht weil wir wollten, sondern weil wir mussten.

Florence with my best friend has been a blast. Not only that this is the city for renaissance art – I dragged my bestie to everyone of them, but she said she liked it and I like to believe her – this is the city that has a history of fashion. I only packed few outfits into a small bag but this time everything was timed to the weatherreport and to each item. Perfection. Hope I can repeat that.

A real treat is the shoe museum by Salvatore Ferragamo. I don’t think I need to explain more but lets say that the museum is even better than the stuff from this season. Real fashion never ages, he proved it.

But heaven we found here: Via dei Pilastri, 32. This is the store of Sabrina, a beautiful florentin woman that started her shop Lady Jane B. a few years ago. It is a mix of vintage fashion and first hand that is designed in a very romantic, elegant and sometimes edgy style. Very me and very my best friend! Everything in this gorgeous little paradies is handpicked by Sabrina. For me it seems. I wish this could be my closet.

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