Sprachlose Freude

Es gibt wirklich nicht viel, was mich sprachlos macht. Schwanger zu sein gehört allerdings dazu. Dass ich hier solange nicht mehr geschrieben habe, liegt daran, dass ich auch nichts zu sagen hatte. Die vergangenen Wochen sind ins Land gezogen, mein Bauch ist groß geworden, der kleine Junge darin strampelt, und ich kann es kaum erwarten, ihn kennenzulernen.

Ich gehöre nicht zu den Frauen, die Kinder bekommen kategorisch ausgeschlossen haben. Allerdings gehöre ich auch nicht zu denen, die nichts anderes wollen. Es ist wirklich gut, dass eine Schwangerschaft 40 Wochen dauert. Denn ich habe etwa 26 gebraucht, bis ich mich wirklich an den Gedanken gewöhnt habe, dass ich jetzt Mama werde. Wie oft habe ich mir in den vergangenen Jahren gedacht oder es auch ausgesprochen: „So möchte ich es machen, wenn ich Mutter bin“ oder eben „So möchte ich es auf keinen Fall machen“. Jetzt ist der Moment da und ich breche mir sicher keinen Zacken aus der Krone, wenn ich sage: Ich habe ein bisserl Angst. Nicht dass es mir an der Liebe fehlt. Der kleine Zappelphilip in meinem Bauch ist der Beweis, dass Liebe kein abstrakter Begriff ist. Er ist das beste von mir und Manu, und das ist einfach großartig. Trotzdem muss ich jetzt Wege beschreiten, die ich noch nie gegangen bin und die, die mir bekannt sind aus meiner Kindheit, will ich nicht unbedingt alle nutzen. Ich bin sehr froh, dass ich das nicht alleine machen muss.

Was mich allerdings sehr beruhigt, ist die Tatsache, dass der kleine Bub bereits jetzt sein eigenes Wesen und seinen eigenen Willen hat. Zum Beispiel hält er wenig davon, nachts zu schlafen. Da turnt er lieber rum, denn da hat er die ungeteilte Aufmerksamkeit von mir. Als an Weihnachten alle Omas, Opas, Onkel und Tanten in den Bauch gesungen haben, war er vor Ehrfurcht erstarrt – übrigens macht er das immer, wenn ich mal anderen zeigen will, wie aktiv der kleine Mann ist.

Ich hätte nie gedacht, dass 2013 so werden würde. Nach meinem Studienabschluss im Januar war ich so erleichtert und frei. Da standen viele Dinge auf der Liste, aber sicher nicht: Auto kaufen, Kinderwagen kaufen, schlafen, schlafen, schlafen, tonnenweise Essiggurken, Tomaten und Hüttenkäse essen. Ich hatte eher an reisen, trinken, rauchen, wachbleiben, tanzen und mich selbst feiern gedacht. In Maßen werde ich das auch in Zukunft machen können, allerdings ab jetzt immer in dem Wissen, dass meine Handlungen jemand betreffen, der sich das nicht ausgesucht hat und sich auch nur beschränkt dagegen wehren kann. Auf der anderen Seite betritt da 2014 jemand die Bühne, der mir zeigen wird, wie er die Welt sieht. Etwas spannenderes kann ich mir gar nicht vorstellen. Darauf eine Tasse Tee!!!

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