Reading Marilyn

Ich habe ewig nichts mehr geschrieben. Und nach ein paar Wochen ist mir klargeworden, dass ich nicht meinen Sohn als Entschuldigung vorschieben kann, denn der kleine Mann gibt mir den Raum für andere Sachen. Ich bin vor meinem eigenen Blog davongerannt wie vor den Chemie-Hausaufgaben in der 10. Klasse. Schwachsinn – vor allem, weil ich mir diesen Blog ja ausgesucht habe. Aber meine Texte haben mir nicht mehr gefallen. In letzter Zeit ist es mir nicht mehr gelungen zu sagen was ich meine. Deswegen habe ich mich hingesetzt mit Stift und Papier und aufgeschrieben, warum oder warum nicht ich hier schreiben sollte.

  1. Reading Marilyn ist kein Modeblog. Obwohl ich meinen extravaganten Kleidungsstil mag, liegt es mir doch fern, meine Outfits zu präsentieren. Sie sind des Öfteren außergewöhnlich – und zwar in beide Richtungen, aber mein Geschmack ist eben mein Geschmack. Außerdem bewege ich mich zu wenig in der Fashion-Szene, um einen echten Eindruck vermitteln zu können.
  2. Reading Marilyn ist kein Beautyblog. Meine Beautyroutine ist zu eingefahren, um daraus eine Serie zu machen. Ich habe die Sachen, die mir gut tun und die benutze ich teilweise schon seit Jahren. Das ist in ein bis zwei Einträgen abgehakt. Und hier kann ich jetzt mal mein Kind vorschieben: Meine Schminkroutine besteht zur Zeit höchstens aus Augenbrauenpuder und Wimperntusche. Wer will das lesen, das ist ja furchtbar!
  3. Reading Marilyn ist kein Lifestyle-Blog. Lifestyle, Lebensstil. Was ist das überhaupt?

Meine Einträge sind keinem roten Faden gefolgt und immer zu sehr ausgefranst, weil ich kein richtiges Thema hatte. Und ohne These funktioniert das nicht – sagte schon meine Lieblingsdozentin immer. Natürlich will ich auch mal über eine Ausstellung schreiben oder über ein Buch oder einen Film, aber das können nur Randerscheinungen sein. Mancher wird sich jetzt fragen, was da noch übrig bleibt, wenn Reading Marilyn all das nicht ist. Selbst ich, der Schreiber dieser Zeilen bin erstaunt, dass ich 29 Jahre durchgehalten habe ohne an Langeweile einzugehen. Aber genau das ist der Punkt. Langweilig ist mir immer nur höchstens fünf Minuten, dann fällt mir schon was ein. Und das ist dann bei weitem nicht immer triviales Zeug wie Badputzen – was übrigens sehr meditativ und befriedigend sein kann.

Seit der Geburt meines lieben Kindes und den Treffen mit vielen anderen großartigen Mamis ist mir klar geworden, dass es anderen nicht immer so geht wie mir und in manchen Situationen ganz genauso. Und beides fand ich tröstlich und mutmachend. Ich bin 29 Jahre und habe schon einiges erreicht in meinem Leben – und das nicht nur, weil ich große Brüste habe. Ich stehe an diesem Punkt sicher nicht, weil ich mich alles allein gemacht habe. Ich stehe hier, weil ich gelernt habe, den Erfahrungen anderer zuzuhören und daraus meine eigene Lehre zu ziehen. Ich bin keine Ratgeberin, ich bis eine Frau, die ihren Weg geht. Und darüber möchte ich schreiben. (Meine Güte, das klingt jetzt etwas pathetisch – aber um es mit Sven Regener zu sagen: „Ich hab es stehen lassen. Man muss wissen, wann man verloren hat.“)

 

2 Gedanken zu “Reading Marilyn

  1. Write more, thats all I have to say. Literally, it seems as though you relied on the video to make your point. You clearly know what youre talking about, why throw away your intelligence on just posting videos to your weblog when you could be giving us something enlightening to read? addfgaegbdkc

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