Carlasee, wir kommen!

Urlaub! Mit einem großen U! Endlich! Carla, Anton, Manu und ich sind auf der großen Reise. Also groß im Sinne von „Den ganzen Haushalt im Auto und drei Stunden Geschrei auf der Autobahn reicht als Radius vollkommen aus“. Da die Oma dieses Jahr 60 geworden ist und der Opa 66, haben wir den beiden zum Geburtstag einen kleinen Familienurlaub am Gardasee geschenkt. Ist das ein Geschenk, wenn man 72 Stunden mit den Enkeln, den eigenen Kindern und den Schwiegerkindern zusammen ist? Hehe. Also, Pina Colada und Liege am Pool ist es auf jeden Fall nicht.

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Abendessen auf der Dachterasse. Das nennt man erschöpft aber glücklich.

 

Für Anton war es eine Wucht, als er am Brenner realisiert hat, dass Onkel und Tante und Oma und Opa ja immer noch dabei sind. Für mich übrigens auch. Ich habe mehr vom Urlaub, wenn alle da sind, und ich mir mal fünf Minuten ganz allein gönnen kann – im Sinne von „Nicht mit einem Ohr dabei, falls jemand sich irgendwo hinab oder hineinstürzen will“.

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Passend zum Thema: Das Bild habe ich jetzt erst entdeckt. Anton versucht ALLEINE auf einem WACKELIGEN STUHL, den er selbst dahin getragen hat, Feigen zu pflücken.

Carla ist eine sehr relaxte Autofahrerin. Natürlich nörgelt sie mal, aber meistens lässt sie sich auf ein kleines Spielchen ein oder pennt gleich weg. Anton ist mittlerweile auch sehr verständnisvoll, bis er dann halt nicht mehr verständnisvoll ist. Wir haben ewig “Wo ist der Wohnwagen von der Oma? Wo ist das Auto von der Tante?“ gespielt. Ab dann gab es Gummibärchen, Vogelhochzeit-Singen, CD-Hören und tausendmal Kehrmaschine-auf-dem-Laptop-Anschauen. Erziehung fängt nämlich gesunderweise (für die Eltern) nicht beim Autofahren an. Ab Riva haben dann beide geschlafen. Und ich konnte in aller Ruhe den Ausblick auf den Gardasee genießen. Anton hat ihn übrigens Carlasee getauft, und das passt noch viel besser.

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Wir haben bei Pieve/Commune Tremosine hoch in den Bergen ein Haus von Freunden gemietet. Ein herrlicher Ausblick auf den See und Malcesine am anderen Ufer – der Flughafen vom Carlasee, wie Anton am ersten Abend festgestellt hat. Wo wie er es gewohnt ist von daheim. Wir wohnen nämlich in Sichtweite vom Münchner Flughafen, der nachts ähnlich erleuchtet ist. Es ist wirklich erstaunlich, wie Anton die Dinge seiner Welt ordnet. Alles Gewohnte wird mit dem Neuen verwoben und dadurch auch wieder für die Erwachsenen neu entdeckt.

Die Gegend ist so wunderschön, die vielen Bäume, die schönen Blumen, die kleinen Straßen. Man muss immer hupen, wenn man um die Kurve fährt – das hat nicht nur Anton großen Spaß gemacht. Da das Haus so eine Spitzenküche hat, haben wir selbst gekocht. Jeden Abend jemand anders. Am letzten Abend sind wir aber noch ausgegangen. Anton saß stolz wie Bolle zwei Stunden mit am Tisch, hat allen zugeprostet, mit der Tante und der Oma geschäkert und war quietschvergnügt. Und dass obwohl es schon weit über seine Schlafenszeit hinausging. Er genießt die Großfamilie ungemein. Und Carla? Die hat erst mal gekuckt und gelacht und dann ist sie einfach eingeschlafen. Im größten Lärm, denn an dem Abend war Dorffest in Pieve und gefühlt der ganze Gardasee in den Gassen unterwegs.

Wir sind jetzt fast vier Wochen im Urlaub. Bevor wir losgefahren sind, hatte ich gemischte Gefühle. Obwohl ich mich persönlich schon sehr gefreut habe, hatte ich Bedenken, ob wir unseren Butzerles zu viel zumuten. Zuviel Autofahren, zu viele Ortwechsel, zu viele neue Eindrücke. Aber bisher kann ich sagen, dass meine Kinder genauso glücklich sind wie wir. Daheim ist wohl doch da, wo die Liebe ist, und nicht da, wo man Miete zahlt.

PS: Entschuldigung für die vielen Bilder. Aber die sind alle so toll, die Leute und die Bilder, dass ich mich nur schwer trennen kann.

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