In the jungle

Der Gardasee gehört seit meiner Kindheit zum festen Reiseprogramm. Da er nur vier Stunden von Freising entfernt ist – theoretisch –, sind wir oft dort gewesen. Eigentlich mindestens einmal im Jahr. Daher kenne ich den botanischen Garten in Gardone schon sehr lange. Langweilig ist er aber nie geworden, deswegen zieht es mich immer dahin, wenn wir in der Nähe sind.

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Anton bereit zum Sprung und Carla bereit zum Beifall klatschen!

Der Garten gehörte Anfang des 20. Jahrhunderts einem Zahnarzt, der dort aus einem Weinberg einen Garten der Welt erschaffen wollte mit Pflanzen von überall her. Nach seinem Tod geriet er in Vergessenheit, bis 1988 der österreichische Künstler Andre Heller ihn zusammen mit seinen Studenten und anderen befreundeten Künstlern in ein Paradies verwandelt hat. Es gibt einen Teich mit Koikarpfen und Seerosen, eine Brücke im Bambuswald mit wasserspeienden Monstern, eine kleine Berglandschaft, Fischbrunnen und so weiter und so weiter. Das ist ein Ort, an dem die Zeit nicht vergeht, obwohl der Garten gar nicht so groß ist. Es gibt ein Foto von mir als Zehnjährige, auf dem ich mit meinem Bruder diese Felsen erklimme. Ist also eine Familientradition.

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Ein Tänzchen mit der Mama…
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…und eins mit dem Papa.
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Meine Gang hängt in den Seilen. Ich liebe sie alle drei so sehr!

Anton hat auch gleich Feuer gefangen. Es war schon seit zweiter Besuch in dem Garten. Wir waren vor zwei Jahren mit ihm hier, da hat er aus der Trage heraus die Blumen angegurrt. Diesen Part hat diesmal Carla übernommen. Anton hat sich gleich mitten ins Vergnügen gestürzt. Manu hat es heute Morgen sehr gut zusammengefasst: „Bisher hat Anton seine Kraft darauf verwendet, ,sinnvolle´ Sachen zu lernen: laufen, essen, sprechen. Jetzt verwendet er seine Kraft darauf, unsere und seine Grenzen auszutesten.“ Er macht also lauter Quatsch. Das aber mit dem größten Vergnügen. Er hat als erstes versucht, mit den Koikarpfen im Teich zu schwimmen. Die Schilder, die dazu da waren, die Pflanzennamen anzuzeigen, hat er in Computer („Onkel Luter“ wie er sie nennt) verwandelt und darauf herumgetippt. Buchstaben faszinieren ihn. Das finde ich super. Allerdings wollte er die Tafeln dann gleich mitnehmen, und daher sind wir erstmal 20 Minuten hinter ihm hergerannt, um ihn davon abzuhalten, sämtliche Schilder aus den Beeten zu zupfen. Er lässt sich aber irgendwann auch eines Besseren belehren und wechselt dann das Thema. Durch den ganzen Garten laufen kleine Bächlein, und die hat er intensiv untersucht. Mit der Oma und der Tante ist er dann auf die Felsen gekraxelt. Er hält die Familientradition also hoch. Mittags haben wir an einem Plätscherteich gespeist, und Anton hat seine Mittagsflasche auf Papas Schoss genossen. Ganz kurz hat es so ausgeschaut, als würde er sogar einschlafen, aber das ist eine andere Geschichte. Hehe.

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