Familienurlaube und Schnaps

Gefühlte fünf Minuten zu Hause und schon wieder keine Zeit für irgendwas. Diesen Eintrag hab ich noch in Südtirol verfasst, als das Leben noch einfach war und der Apfelsaft nicht von Aldi. Hier also was zum entspannten Zeitvertreib:

Famlienurlaub. Das letzte Mal, als ich sowas gemacht habe, war ich 14. Und halt jetzt gerade. Ich sitze hier unter dem Apfelbaum in Südtirol, vor mir läuft das Pony durch die Gegend, neben mir kräht links der Hahn und rechts die Carla, Anton läuft um das Spielehaus herum, und der Papa sonnt sich in der Liege. Kitschiger geht es wohl nicht; man reiche mir die Kotztüte! Aber in Wahrheit muss ich sagen: „I really like it!“ oder auf südtirolerisch „Geht gut!“.

Urlaube mit meinen Eltern haben meist an einen Ort geführt, an dem man im Großen und Ganzen auch geblieben ist. Es war zwar nicht das Robinson-Resort mit Animation, aber als ich dann selbst entscheiden durfte, war für mich klar: Viel sehen, viel gehen, viele Orte und meinen Mann zwingen, in billigen Klitschen zu schlafen, damit wir (ich) mehr Geld zum Essen und Shoppen haben. Selbst als Anton sechs Monate alt war, bei unserem ersten „Familienurlaub“, haben wir in drei Wochen dreimal den Standort gewechselt.

img_3835
Äpfel soweit das Auge reicht. Und die schmecken echt richtig lecker!

Jetzt bin ich Mama von zwei kleinen Kindern, notorisch unausgeschlafen und extrem an der Vereinfachung des Lebens interessiert, damit ich mehr schlafen kann. Darum sitze ich jetzt hier unter dem Apfelbaum vom Wiesgut-Hof in Völlan. Der zweite Teil unseres Urlaubs hat uns vom Carlasee in den Umkreis von Meran geführt. Und es kommt noch besser: Oma und Opa sind am Campingplatz – zwei Minuten mit dem Auto entfernt. Wenn schon, denn schon.

20160921_130759
Anton beim Putzender Spülmaschine in seinem selbst zusammengestellten Outfit.

Die drei Wochen hier neigen sich dem Ende zu, und ich bin traurig, dass ich wieder nach Hause muss. Wir haben viel unternommen. Wir haben auch Auszeiten genommen, in denen wir am Hof geblieben sind. Hier gibt es in der Reihenfolge von Antons Favoriten: Kaffeemaschinen (echte und als Spielzeug), ein Trampolin – genannt der Hüpfer –, auf dem sein Vater heute 90 Minuten mit ihm hüpfen musste (Urlaubsspeck ade!), ein Spielhaus mit Spielküche, Spielwaschmaschine und Spielkasse, die echte Waschmaschine, einen Fuhrpark an Kindertraktoren, Bobbycars und Dreirädern, das Pony Donner, die Hühner und der Hahn, die Hasen, hunderte von erlaubten und verbotenen Orten, Knöpfen und Schiebern. Wir bekommen jeden Morgen frische Semmeln, Eier und Apfelsaft vor die Tür gestellt und dazu noch den tollen Ausblick auf die Apfelplantage, wo rote und gelbe Äpfel an den Bäumen leuchten.

 

Ich dachte früher mal, dass es doch egal ist, ob man mit kleinen Kindern wegfährt. Das stimmt nicht. Anton ist es vielleicht egal, dass dieser Ort nicht in der Nähe von Freising ist, aber die vielen neuen Eindrücke und unser intensives Zusammensein haben dafür gesorgt, dass er einen großen Sprung in seiner Entwicklung gemacht hat. Er ist viel mutiger und erkundungsfreudiger geworden, auch was das Essen betrifft (Oliven, scharfe Salami, Kaminwurzn), und er hat angefangen, ganze Lieder auswendig zu singen („Weißt du, wieviel Sternlein stehen“, „Guten Abend, gute Nacht“, „Brüderlein, komm tanz mit“ mir, „Das Wandern ist des Müllers Lust“). Carla hat das auch gut getan. Sie will überall dabei sein, alles sehen, vor allem das, was Anton macht. Von ihm ist sie ganz fasziniert. Ab nächster Woche beginnt wieder Alltag. Manu geht in die Arbeit, Anton zur Tagesmutter, und ich bereite den Umbau und den Umzug vor, der jetzt dann ansteht.

Fazit: Familienurlaub ist also ganz toll, und ich werde immer mehr wie meine Eltern; Gott, jetzt brauch ich einen Schnaps!

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s