Ruhe nach dem Sturm

Die Sonne scheint, und das Wasser rauscht die Isar hinunter.  Anton wirft Steine ins Wasser,  Carla gluckst im Kinderwagen, und Manu und ich halten unsere verschnupften Nasen in die Sonne.  Es ist nicht viel los. Wie schön.

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Meine Sendepause war unfreiwillig. Wir sind aus dem Südtirolurlaub zurückgekommen und quasi direkt in die Baustelle gestolpert. Unsere alte Wohnung war nicht nur zu klein, sondern wurde auch von den schlimmsten Menschen vermietet, die mir je begegnet sind. Ich könnte jetzt was erzählen, aber dann rege ich mich auf, bekomme Falten, habe kein Geld für Botox und bekomme noch mehr Falten. Da schweige ich lieber, und ihr denkt euch selbst was schlimmes aus. Es war dann noch schlimmer.

In Freising eine 4-Zimmer Wohnung zu finden, die bezahlbar ist, ist eher unwahrscheinlich. Man könnte Beerdigungen besuchen und bei der Beileidsbekundung auch gleich nach der ehemaligen Bleibe und deren weiteren Pflege fragen. Ich hatte in diesem Fall das Glück, das ich eine sehr fürsorgliche Mutter habe, die mich wieder zu Hause aufgenommen hat. Ich bin 32 Jahre und wohne wieder daheim. Also wenn ich es nicht weit gebracht habe… Darauf einen Prosecco.

Unser neues Heim haben wir gleich mal umgestaltet: neues Bad, neue Küche, viele Handwerker, viele Termine. Ich beschwere mich nicht. Aber ich ziehe den Hut vor allen, die Familie haben und ein Haus bauen. Ich bin ja schon nach drei Monaten nervlich in die Knie gegangen. 12 Wochen lang jeden Morgen ein Kind für die Tagesmutter fertig machen, das an fünf von sieben Tagen nicht um 7 Uhr aufstehen möchte, an den restlichen 2 dafür aber um 6.30 Uhr.  Danach dann schnell Frühstück,  Carla in den Wagen schichten, los zur Baustelle,  einkaufen, mit Handwerkern telefonieren, kochen, waschen, putzen,  Anton wieder abholen. Manchmal bin ich auch aufs Klo gegangen, meistens war ich nicht alleine. Und das alles ohne Alkohol.

Ich hatte extra einen Puffer von vier Wochen eingeplant für eventuelle Eventualitäten. Am Ende blieben davon drei Tage übrig. Und dann kam der Umzug…. und war in vier Stunden erledigt. Denn Super-Mami, also ich, hat vorher schon Keller, Küche und Kinderzimmer ins neue Haus geschafft. Ja, ich weiß, ich bin super.

Jetzt leben wir hier, die alte Wohnung ist übergeben (absurd, absurder, Absurdistan – dieser Termin), und ein Gefühl stellt sich ein wie Jogginghose und Kaba, wie Pumuckl und drei ???, wie Gucamole und Tacos, einfach wie daheim. Ich bin wieder enspannt oder sagen wir mal auf dem Weg dorthin. Ich habe milde lächeln können, als sich herausgestellt hat, dass sich der Inhalt unserer teuren neuen Badewanne komplett im Badezimmer meiner Mutter ausgeregnet hat, weil in der Zwischendecke ein Rohrdeckel für 50 Cent fehlt. Ja, das sind die Dinge, die passieren. Das ist wie Dings und Dongs. Das gehört zusammen.

Hier ist noch längst nicht alles fertig. Aber ich bin jetzt hier, wir sind jetzt hier, und wir haben viel Zeit. Uns kann keiner verscheuchen, keiner kann uns was anschaffen. Ich beginne wieder von Dingen tagzuträumen, die nur mit mir zu tun haben. Wie schön.

PS: Die Kinder haben diese Zeit eigentlich ganz gut gemeistert. Warum auch nicht, sie durften ja quasi tun, was sie wollten, weil wir oft so fertig waren. Anton war nur ziemlich beleidigt, als ich die alte Waschmaschine verkauft habe. Das fand er gar nicht witzig, dass die jetzt Urlaub in Rumänien macht.

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