Mutter Neurose und ihre sieben Geiseln

Es ist doch so. Jetzt bin ich Mutter von zwei lustigen Kindern, habe einen liebsten Ehemann und null Zeit für mich. Keine Angst, jetzt kommt keine Heultirade, so geht es ja allen. Aber null Zeit für mich heißt im Umkehrschluss, dass ich 100 Prozent der Zeit für andere und anderes verwende. Ich wickle, wasche, mache Frühstück, mache die Betten, lüfte, putze, wasche, trockne, wische, kehre, sauge, kaufe ein, koche, putze, kehre, sauge, wickle, lege die Wäsche zusammen, mache Abendbrot, bringe zwei Butzerl ins Bett, schlafe dabei meistens ein und putze mir nicht die Zähne. Und trotzdem habe ich manchmal das Gefühl, ich mache nicht genug. Wenn ich das jetzt so schreibe ist es noch absurder, als wenn ich grad wieder einen Film schiebe.

Um die Wahrheit zu sagen: Ich hasse Hausarbeit. Diese ganze Putzerei, das Aufräumen, das Abwaschen und dann geht wieder alles von vorne los. Gleichzeitig mag ich aber auch kein Chaos. Ich mag es aufgeräumt, sauber und klar strukturiert. Um dieser Diskrepanz entgegenzuwirken, braucht man entweder eine Putzfrau oder man muss selber ran.    (Hier ein paar Leerzeichen, um die derzeitige Situation in meinem Geldbeutel darzustellen!)

Daher ist mein Haushalt sehr organisiert, so ganz ala Marie Condo. Die anderen Mitglieder der Familie können diesem Wahn nur bedingt folgen. Obwohl Anton leidenschaftlich gerne die Waschmaschine bedient, staubsaugt oder seine Kinderküche aufräumt. Es ist ja auch nicht so, also ob es hier aussieht wie Bombe. So sieht es nur in meinem Kopf aus. Ich werde manchmal so fanatisch, dass ich gar nicht mehr zur Ruhe komme. Dann kann ich nicht mehr richtig mit dem Kindern spielen kann, und dann wird das schlechte Gewissen noch größer, und dann explodiert mein Kopf.

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Putzen – immer gerne. Aber Anton putzt natürlich nur in style.
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Wie ordentlich es sogar im Urlaub in Südtirol zugegangen ist.

Die Monate mit dem Umbau und dem Umzug waren ganz schön heftig. Zwischendurch habe ich das gar nicht so gemerkt, aber jetzt kommt der Stress oder das was davon über ist, raus. Daher auch meine neurotischen Putzattacken. Als ob das irgendjemand interessiert, ob da jetzt fünf Flusseln auf dem Boden liegen. Das interessiert in Wahrheit ja nicht mal mich. Aber wenn die Dinge außer Kontrolle geraten, sucht man sich das, was man am leichtesten kontrollieren kann.

Was ist also die Moral dieser Geschichte?  Schnaps. Den habe ich mir gegönnt, nachdem ich vor zwei Wochen abgestillt habe. Ich bin im Schlafanzug um 22 Uhr zu meinem Kumpel gestiefelt und hab dort zwei Gläser getrunken. Danach hatte ich einen Kater und trotzdem gute Laune.  Denn eines ist wirklich essentiell als Mutter von 2 Kindern und Ehefrau eines Göttergatten: Ich bin auch noch da und ich muss auch mal was für mich alleine machen.

Jetzt wünsche ich einen guten Abend. Es sieht so aus, als würde ich heute mal meine Zähne putzen. Wenn das mal nicht die ganz großen Freiheit ist. Bussi!

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Ach, Pause ist doch so schön, wenn man so bewundernde Blicke erntet. Macht auch Spaß im neuen Kinderzimmer.
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2 Gedanken zu “Mutter Neurose und ihre sieben Geiseln

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