Kopenhagen with a big X

Seit 30 Jahren habe ich diesen Bruder. Meine Mutter berichtet, dass sie mich gleich nach seiner Geburt in sein Bettchen gelegt hat, und ich ihn sofort mit Liebe überschüttet habe. Daran erinnere ich mich zwar nicht, aber an viele andere Situationen: Als wir so oft in einem Bett eingeschlafen sind, nicht ohne vorher noch heimlich Pumuckl zu hören; Als wir im Herbst immer Millionen von Kastanien sammeln mussten und daraus ein Spiel gemacht haben; Als mich der werte Herr aus dem Baumhaus geworfen hat; Als ich ihm ständig meine Kleider angezogen habe, und er sich nicht dagegen gewehrt hat; Als ihn so ein Depp auf dem Schulhof ein Bein gestellt hat, er sich das Bein gebrochen hat und mich eine Lehrerin wegtragen musste, weil ich den Verurascher schön verprügelt habe; Als ich genervt war, weil ich ihn ständig mitnehmen musste; Als er mein Kumpel war und ist, der stets zu mir hält.

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Das sind alles keine Selbstverständlichkeiten. Wenn ich Anton und Carla betrachte, hoffe ich natürlich, dass die beiden auch so ein gutes Team werden. Aber bloß weil man verwandt ist, muss man sich nicht mögen. Wir haben Anton nicht gefragt, diese Schwester haben wir ihm einfach vor die Nase gesetzt. Carla liebt und bewundert Anton unendlich. Wenn er da ist, ist alles gut. Auch wenn er oft abweisend ihr gegenüber ist oder auch eifersüchtig, zeigt sich doch, je älter sie wird, dass er sie ganz heimlich doch nicht missen mag. Vor kurzem hat er ihr sogar sein Eis zum Schlecken angeboten, und Carla hat begeistert mitgeschleckt.

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Xaver und ich haben unser Jubiläum stilgemäß gefeiert und gleich mal das Land verlassen. Unser Flug ging nach Kopenhagen. Diese Stadt ist ja mal ULTRACOOL! Überall spannende Architektur und Kanäle und modische Menschen und selbst die Touristenfallen sind nett. Wir waren natürlich überhaupt keine Touristen und sind ultracool vor der kleinen Meerjungfrau gestanden und haben überlegen über diese Touris gelacht, die da unbedingt mit der kleinen Statue ein Bild machen wollten und dafür beinahe baden gegangen wären. Natürlich sind wir extra 40 Minuten dahin gelaufen. Haha. Wir sind ins Designmuseum gegangen. Sehr zu empfehlen, vor allem, weil man da soviel selbst machen kann und der Innenhof auch sehr schön ist für ein geistiges und körperliches Verdauungsgetränk im Anschluss. Extra untouristisch und ultracool habe ich dann aus der Handtasche heraus die Wachablösung im Innenhof der Amalienburg gefilmt; Wo sieht man denn sowas schon, dass da diese Männer mit ihren Pelzhüten einmal um den Platz marschieren, und die Polizei die Touris schön hinter die Absperrung scheucht.

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Wenn ich hier mal was empfehlen darf, dann das Restaurant Spiseloppen in Christiania. Ob das Essen so gut war, weil ich davor durch 100 Meter Jointrauch gegangen bin, wird für immer ein Rätsel bleiben. Vielleicht liegt es auch daran, dass Xaver und ich große Fans von richtig gutem Essen sind. Wir sind mit einer netten Mutter aufgewachsen, aber ihre Kochkünste waren mehr als grauenhaft. Die Suche nach gutem Essen ist quasi familiär bedingt.

Der zweite Tip ist das Louisiana Art Museum. Dafür muss man etwas mit dem Zug fahren, aber es ist die Reise wert; allein schon wegen des großartigen Parks mit Meerblick. Und der Museumsshop war das beste, was mir je passiert ist. Nur ULTRACOOLE Klamotten, Wahnsinn! War alles so schön, dass ich nichts mitgenommen habe. Mir ist dann nach 30 Minuten und einer hysterischen Freudenattacke eingefallen, dass ich Mutter von zwei Kindern bin, und die ja nicht den Rest des Jahres Nudeln mit Ketchup essen können.

In diesem Sinne besten Dank für 30 Jahre und eine spitzen Tripp, lieber Xaver.

 

 

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