Kreuzfahrt auf der MS TO-DO

Ich sitze hier an einem Sonntagvormittag alleine im Kaffee und genieße das Hintergrundgebrabbel und einen Kaffee latte. In diesem neuen Jahr möchte ich wieder mehr Zeit mit mir selbst haben; schreiben, lesen, blöd schauen. Denn 2018 war ich zwar die Generälin, kam mir aber meistens vor wie das Dienstmädchen.

Ich bewirtschafte den ganzen Tag die Kinder, das Haus, den Haushalt, den Dreck, die To-Do-Listen. Und schleichend ist mir in dieser zugegebenermaßen gut eingespielten Routine die Zeit für mich selbst abhandengekommen. Es war mir klar, dass das erste Jahr mit Kindern im Alter von 4, 2 und einem Säugling nicht gerade eine Kreuzfahrt wird. Wobei, eigentlich war es genau das. Ständig hat sich was gekreuzt. Ich kann hart arbeiten, und ich kann auch gut die Contenance wahren. Aber diese Extras waren es, die mir das Kreuz gebrochen haben.

Unseren Familienurlaub im August mussten wir abbrechen, weil Carla hohes Fieber bekommen hat, das nicht weggegangen ist. Und niemand wacht ohne Grund mit 40 Grad Fieber auf. Also früher zurück und quasi direkt ins Krankenhaus zur Behandlung. Wenn ich jetzt mit Abstand darauf schaue, hat es nichts von seinem Schrecken verloren. Ich hatte wirklich Angst, und Carla wollte wirklich nicht dort sein. Aber wir waren auch zu zweit alleine, und das haben wir wirklich genossen. Zudem es dort einen Fernseher gab und jeden Grund, ihn oft laufen zu lassen. Im Dezember ist dann wegen Rosi der Notarzt gekommen, und wieder standen vier Tage Krankenhaus an. Das hat Manu übernommen, und ich war wirklich froh darüber, denn ich hätte das nicht noch einmal geschafft.

Wir leben in sicheren Zeiten. Wir haben eine sehr gute medizinische Versorgung. Und trotzdem ist diese Hülle so fragil, dass es nur Sekunden dauert, bis man in einer Situation steckt, die existenziell ist. Meine Kinder wachsen nicht in Watte gepackt auf. Ich will das nicht, und ich kann es auch nicht. Sie sollen lernen, dass das Leben schön ist und auch das Gegenteil davon und dass es wichtig ist, achtsam zu sein. Aber diese Gefühl der Ohnmacht gegenüber dem Leben und auch seinem Ende ist bei den eigenen Kindern noch grausamer als bei einem selbst.

Wenn ich das so schreibe, könnte man meinen, 2018 war einfach furchtbar. Aber ich würde sagen, es war lebendig. Früher ist die Zeit auch an mir vorbeigerast, aber ich habe sie oft nicht gespürt und mich schließlich gefragt, was ich eigentlich gemacht habe. Vor allem das letzte Jahr war so pur und nah. Wahrscheinlich auch, weil ich so erschöpft war, dass ich nur im Hier und Jetzt sein konnte. Dieses Carpe Diem! das habe ich 2018 endlich kapiert.

Anton, Carla und Rosi sind ein spitzen Team. Natürlich sind sie auch freche Mistkäfer, aber wenn es darauf ankommt, dann sind sie ein Wand, die steht, tröstet und liebt. An Silvester war ich mit den Kindern alleine im Schwimmbad. Und ich habe ihnen, bevor wir reingegangen sind, erklärt, dass wir nur bleiben können, wenn wir gut aufeinander hören und aufeinander achten.

Und jetzt: Heiter weiter!

PS: Hier kommt mein 2018 in Bildern 😉

Mein Gott. Rosi hat kaum in diesen 56er Body gepasst.
Mmmhh. Bei solchen Bildern muss die rationale Seite in mir schon sehr laut schreien, dass jetzt genug Babys in diesem Haus wohnen.
Carla war Anfang Januar auch noch so knuffig.
2018 war das auch das Jahr der Gefährte. Erst unser Mietwagen …
… der schnell zur Schiebkutsche …
… und am Schluss ganz zum Lastentier wurde.
Daher Umstieg auf Bollerwagen. Hauptsache alle passen rein. Denn komischerweise kann keines der Kinder gehen, wenn ich in der Nähe bin.
(Ist das jetzt schon Werbung? Schreib ich mal lieber hin!)
Papa hatte da seine eigene Methode.
Der Sommer war einfach wundervoll.
Da sieht man mal, wie entspannt das Leben ist, das ich diesen Kindern biete. Da kann man auch auf dem Tisch einschlafen. Also „man“ ist alle außer ich. Ich darf nie schlafen. Auch nicht auf dem Tisch.
Mein Mittel gegen Augenringe ist daher ein lachendes Baby mit möglichst viel Speck. Das lenkt gut ab.
2018 war doch einfach großartig. Kann ich nicht anders sagen, würde ich trotz allem nochmal machen.
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