#stayhome

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Auch dieser Tag ist nun zu Ende, es ist der siebte in einer neuen Zeitrechnung. Vor einer Woche hat der Kindergarten zugemacht. Es gab immer wieder Momente, wo ich kurz dachte, ob ich jetzt doch Panik bekomme, aber dann hat wieder ein Kind gerufen und das Leben ist einfach weitergegangen.

Zwischendurch umkreise ich bestimmte Begriffe, Sätze und Bilder, die sich mir in den Weg stellen. Einer davon ist „hysterisch“. Vor vier Wochen dachte ich mir noch: „Etwas hysterisch, um eine Grippe so einen Hype zu machen.“ Ein wenig denke ich das immer noch, denn es übersteigt einfach meine Vorstellungskraft, dass mein priviligiertes, kriegsgebietfreies, demokratisch abgesichertes Leben so einfach abgestellt werden könnte durch etwas wie eine Grippe. Aber da ich diese Form der Existenz aktiv wähle, bestimmte Leute aktiv gewählt habe, damit sie jetzt für mich entscheiden, wie mein Leben funktionieren muss, damit es noch funktionieren kann, beuge ich mich.

Ehrlich gesagt, so tief muss ich mich nicht beugen. Soziale Isolation ist mein täglich Brot. Ich habe drei Kinder, deren soziales Umfeld in den meisten Fällen ich bin. Ich, wir alle, machen also nicht viel anders also sonst auch. Ich bin eine – wie sagt man so schön – erfolgreiche Familienmanagerin. Bei mit ist geöffnet: Montag – Sonntag, 7 – 20 Uhr (Nachtschichten möglich). Die Kinder waren bisher bis vor dem Mittagessen in der Kita und danach daheim.

Nach sieben Tagen kann ich sagen: Diese drei Kinder sind einfach genial! Rosi, Carla und Anton (2, 3 und noch eine Woche 5 Jahre alt) gestalten ihren Tag gemeinsam. Natürlich wird da auch gestritten und geschrien, gebissen und geschubst. Aber da es derzeit aus jedem Haus und jeder Wohnung in der Straße genauso tönt, scheinen wir da genau in der Norm zu liegen.

Ich habe mir natürlich special events überlegt, aber ich brauche sie gar nicht. Unser Alltag ist wild und fröhlich. Wir schauen fern, wir basteln, wir videotelefonieren, wir räumen alles mögliche aus und ein. All is good!

Aber wenn ich dann auf der Suche nach Obst und Gemüse durch unser schönes Freising radle und sehe, wie die Leute sich in den Eisdielen drängen, wenn ich die Bilder von vollen Biergärten und Parks sehe, dann habe ich einen anderen Begriff vor Augen: „Heuchler!“. Nie wollen diese Leute auf die Straße gehen, wenn es gegen Nazis und für Solidarität geht. Aber wenn sie jemand inständig bittet, das nicht zu tun für die Schwachen, die Alten, dann müssen sie erst recht raus. Nach dem Motto: Ich lass mir doch mein Leben nicht von irgendjemand bestimmen! Da muss ich leider mal kurz einschreiten: Natürlich tun wir das; die ganze Zeit folgen wir tausenden auf sozialen Netzwerken, wir lassen uns gerne influencen und folgen dem Aufruf nach tausendmal geklonter Individualität.

Die Parole ist aber eher: #stayhome #beprettythere wenn schon nicht für andere, dann für #yourself. Dank der vielen gestrichenen Flüge ist die Luft in der Flughafenregion erfüllt von erdiger Würze, ersten Blütennoten, dem Röstaroma der beginnenden Grillsaison. Und ich bin begeistert, wie schnell die Freisinger Geschäftswelt reagiert: Die Metzgerei Hack liefert nach Hause. Einfach die App „Metzgerei Hack“ im Appstore runterladen, Bestellung eingeben und im Kommentarfeld angeben, dass man beliefert werden möchte inklusive Adresse und Telefonnummer. Die Metzgerei hat sich mittlerweile mit der Bäckerei Geisenhofer zusammengetan, deren Brotsortiment man jetzt auch in der Hack-App findet. Auch Marianne Lang und ihr Kasdandler (08161 41631) liefern jetzt. Klappt hervorragend. Verringert das Anstreckungsrisiko immens.

Ich persönlich habe keine Angst vor Corona: Ich gehe auch davon aus, dass wir alle krank werden werden. Ich hoffe nur, dass das noch etwas dauert. Auch diese Krankheit wird wie alle anderen hoffentlich mit der nötigen passiven Aufmerksamkeit kommen und wieder vergehen. Aber ich werde alles tun, was ich selbst in der Hand habe, um diesen Moment herauszuzögern: Indem wir daheim bleiben. In diesem Sinne: #stayhomeweek2 #stayinformed #staywell

PS: Mein tägliches Update hole ich mir hier: https://www.ndr.de/nachrichten/info/Coronavirus-Virologe-Drosten-im-NDR-Info-Podcast,podcastcoronavirus100.html

Carlas Projekt heute: Eine Girlande für ihr Bett basteln.
Anton hat Carla den Hexenbesen „Kartoffelbrei“ gebastelt. Er hat ja schon seinen „Stanio Kasi“ in Anlehnung an den Besen von Schubia Wanzhaar aus Bibi Blocksberg.
Wir haben heute mal die Garage ausgeräumt, Carla und Anton haben gleich Autowaschanlage spielen wollen.
Der beste Schokokuchen, den man kaufen kann: Brownieskuchen von der Bäckerei Geisenhofer. Nervennahrung in der Exzellenzstufe.
Die Natur macht einfach weiter, ganz ruhig und kraftvoll; ich mache mit.

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