#stayhome5

Um hier gleich mal mit der Essenz anzufangen: Anscheinend ist die Lösung des Problems, die Jüngsten und die Ältesten dieser Gesellschaft einzusperren. Die einen, weil sie vielleicht Virenschleudern sind, die anderen, weil sie es körperlich nicht mehr draufhaben, sich dagegen zu wehren.

Diese Pressekonferenz, auf der Ministerpräsident Söder, Sozialministerin Trautner, Gesundheitsministerin Huml, Kultusminister Piazolo und Wirtschaftsminister Aiwanger ihren Fahrplan vorstellen… ich habe sie gleich zweimal angehört, weil ich mir nicht sicher, ob ich was überhört habe. Aber da kam einfach nichts, dass diese zwei Gruppen miteinschließt. Alles was ich höre ist, dass es alles soviel Geld kostet und dass wir jetzt alles dafür tun, dass wir uns dieses Geld zurückholen. Das viele Geld….

Die Kleinen produzieren natürlich kein Geld, also persönlich. Ihr Markt ist natürlich riesig. Vor allem aber wehren sich beide Gruppen nicht. Und der Rest hat Angst, seinen Job zu verlieren. Denn trotz all der vielen Solidarität höre ich wenige Geschichten, in denen Vorgesetzte so kulant sind, dass Arbeitszeiten nach 20 Uhr möglich wären. Stattdessen höre ich von vielen Kontrollen und dem grundsätzlichen Verdacht, dass die Eltern alles mögliche machen, aber nicht auf den Bildschirm starren.

Wer kleine Kinder hat, kann im Homeoffice nicht arbeiten, wenn die Kinder daheim sind. Punkt. Das liegt nicht daran, dass Kinder scheiße und schlecht erzogen sind. Sie suchen halt Anschluss. Und weil der Kindergarten jetzt zu Hause sind, suchen sie Halt zu Hause. Heute kam die Empfehlung, mit dem Arbeitgeber zu reden wegen einer Arbeitszeitverkürzung, dem Abbau von Überstunden und dem Nehmen von Urlaub. Ja, das ist ja eine tolle Idee. Weil man bekanntlich hunderte Überstunden aufbaut, wenn man die Kinder um 15 Uhr aus der Kita holt und es ja auch reicht, wenn man seinen ganzen Urlaub bis August nimmt und dann durcharbeitet, vorausgesetzt, dass die Kitas dann wieder durchgehend aufhaben. Wenn man hier schon mal über das Geld redet. Die Familien kostet das auch viel Geld. Ist das auch in den Coronabonds mit drin?

In der Expertengruppe der Leopoldina saßen 24 Männer und zwei Frauen. Hat von denen keiner Kinder? Sind diese Menschen so im Elfenbeinturm gefangen, dass für sie die Gesellschaft nur aus Geldmaschinen besteht? In den meisten systemrelevanten Berufen, die schlecht bezahlt sind, hocken Frauen an der Front. Zu Hause ist das meistens auch so, weil sie weniger verdienen wie der Partner. Von ihnen wird aber erwartet, dass sie Care-Arbeit und Homeoffice wuppen in Seidenbluse und Sweatpeants. Mit guter Laune und festen Willen aus den Kindern die nächste Generation zur formen. Wer klatscht für uns? Wobei, wenn wir schon dabei sind, warum klatschen wir nicht alle für uns alle? Wir machen doch alle mit. Wir bleiben daheim, kaufen trotzdem ein, so lokal wie es geht. Wir versuchen, nicht zu verzweifeln, nicht zu vereinsamen, Lösungen zu sehen, die Hoffnung zu bewahren, nach vorne zu arbeiten und nicht erstarrt zu verharren. Besteht unsere Gesellschaft wirklich nur aus Geld? Können wir wirklich so blöd sein, dass wir den Anfang und das Ende einfach ausblenden?

Nun ist es so, dass ich es nicht leiden kann, wenn man mosert, aber nichts besseres anzubieten hat. Ich sehe ein, dass wir nicht alle Kinder sofort wieder zusammenführen können. Dafür fehlt der Platz und das Personal. Aber dann muss es möglich sein, sich mit wenigen anderen Familien zusammenzutun, um die Isolation ein bisschen weniger einseitig zu machen. Wir haben doch bewiesen, dass wir vernünftig sein können!

Meine Inspiration für diese Zeilen:

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/corona-krise-und-familien-kinder-haben-ein-recht-auf-gegenwart-a-6864de34-e0fc-47d6-843d-beb3174654f9

https://www.zeit.de/zustimmung?url=https%3A%2F%2Fwww.zeit.de%2Fgesellschaft%2Fschule%2F2020-04%2Foeffnung-kitas-coronavirus-familien-kinder-betreuung

https://www.sueddeutsche.de/bildung/coronavirus-corona-krise-schulen-kinderbetreuung-1.4876048

PS: Auf unserer Insel ist das Leben immer noch leicht und anstrengend zugleich, so ist das auf allen Paradiesinseln. Da ich drei Kinder habe, kommt es mir so vor, als würden sämtliche Sozialkompetenzen nicht gleich flöten gehen. Also bei den Kindern. Ich bin da schon weit voraus. Aber bis September wird aus dieser Insel eher eine Mystery Serie als eine Romanze!

Eigentlich wollte ich ja so süße Fingerbilder machen.
Aber ich sehe ein, dass Fingerfarbe mehr Spaß macht, wenn man richtig daran rumpatscht.
Der Osterhase war auch da.
Und die Kinder waren bereit, ihre Beute zu verteidigen.
Ausflug an die Isar: „Tolle Algen, oh wie sind die weich!!“ irgs
Social distancing, water listening
Homeoffice
Anton hat eine neue Lektüre und neue Inspiration.
Ach, die Metzgerei Hack… einfach wunderbar 🙂
Triologie in Gelb.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s