Ein Mittagessen ohne Kinder

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Mit drei Kindern ein Mittagessen einzunehmen ist eigentlich eher eine Sportstunde. Zunächst das hektische Zubereiten währendessen man stets zwischen Topf und Kinderzimmer hin- und herspringt. Danach das Einfangen aller Beteiligten und Befestigen an den ihnen zugewiesenen Stühlen mit der gleichzeitigen Debatte über die Frage, ob wirklich alle 35 Puppen mit auf dem Stuhl sitzen müssen. Gefolgt vom zarten Trab des „Was gibt es denn? Was ist das?“, der sich schnell in den Galopp des „Igitt, das esse ich nicht. Ich will Maultaschen!“ steigert, welcher oft auch alle anderen Teilnehmer zum Mitgaloppieren animiert. Ansonsten steht man x-mal auf, um das richtige Getränk, einen Lumpen, die richtigte Gabel oder sonstwas zu holen. Das Finale bildet die sich stets wiederholende Abfolge von Bitten in mehr oder weniger strengem Ton, sich die Hände und das Gesicht zu waschen und den Teller in die Küche zu tragen. Ich selbst esse dazwischen den ein oder anderen Happen, der aber weder Erholung noch Genuss bietet.

Die Alternative: Kinder zu Oma senden – mit viel Liebe. Ehemann in die Küche leiten – mit viel Liebe. Tisch decken, hinsetzen, essen, genießen! Wundervoll, nicht wahr?

Diesmal gab es diesen wunderschönen Teller:

  • gebackene Süßkartoffeln
  • gebratene Tomaten
  • Hähnchen mit Serrano-Schinken
  • ein Glas Weißwein vom Gut Strablegg

Eine wunderbare Mischung aus Salz, Gewürzen, Süßem, Fett und perlender Säure.

Fangen wir mit dem Gemüse an. Das Rezept stammt aus „Jerusalem. Das Kochbuch“ von Yotam Ottolenghi & Sami Tamimi, erschienen 2012 im DK-Verlag. Wir haben es schon verschenkt und viele Rezepte probiert, die andere für uns zubereitet haben. Und trotzdem haben wir es jetzt gekauft. Ein langes Vorspiel für ein großartiges Finale.

  • 4 Süßkartoffeln (1 Kilo)
  • 5 EL Olivenöl
  • 40 ml Balsamico-Essig
  • 20 g Zucker
  • 12 Frühlingszwiebeln, der Länge nach halbiert und in 4 cm lange Stücke geschnitten
  • 1 rote Chilischote in feinen Ringe geschnitten
  • 6 frische, reife Feigen geviertelt
  • 150 g weicher Ziegenkäse, zerkrümelt
  • Maldon Sea Salt, Fleur de Sel und schwarzer Pfeffer
  • Backofen auf 240 Grad, Backblech mit Backpapier, Topf und Pfanne

Die Süßkartoffeln werden gewaschen, halbiert und die Hälften in drei Spalten geschnitten. Die Mischung aus 3 EL Olivenöl, Salz und Pfeffer wird in die Süßkartoffeln einmassiert. Danach kommt das Ganze auf ein Backblech und in den Ofen für etwa 25 Minuten, bis die Süßkartoffeln weich sind, aber nicht zerfallen. Derweil wird in einem Topf eine Balsamico-Essig-Reduktion mit Zucker hergestellt, die so lange köchelt, bis sie die Konsistenz von Honig hat. Die Frühlingszwiebeln mit der Chili kommen bei mittlerer Hitze füt 4-5 Minuten in die Pfanne. Wir haben Chiliflocken genommen, die sind nicht ganz so scharf. Die Süßkartoffeln werden auf einer Platte angerichtet, dann kommen die Frühlingzwiebeln drüber und dann die Balsamicoreduktion. Im Kochbuch wird das ganze noch mit Feigen und Ziegenkäse verfeinert. Aber Manu ist auf das eine allergisch und mag das andere nicht. Tut der Sache keinen Abbruch. Wir nehmen übrigens auch kein Meersalz mehr her, seit auf Arte eine Doku darüber kam, wieviel Mikroplastik da mittlerweile drin ist. Bergsalz ist aber ebenfalls Natriumchlorid.

Jetzt diese gebratenen Tomaten!

  • 3 große Knoblauchzeheh, zerdrückt
  • 1/2 Chilischote, fein gehackt
  • 2 EL gehackte, glatte Petersilie
  • 3 große, reife aber feste Tomaten
  • 2 EL Olivenöl
  • Maldon Sea Salt, Fleur de Sel oder anderes Salz, Pfeffer

Den Knoblauch mit der Chili oder Chiliflocken und Petersilie in einer Schüssel mischen. Die Tomaten vom Stiel befreien und in etwa 1,5 cm breite Scheiben schneiden. Das Öl bei mittlerer Temperatur in der Pfanne erhietzen, die Tomatenscheiben dazulegen und mit Salz und Pfeffer würzen. Etwa 1 Minute braten. Dann kommt die Knoblauchmischung drauf. Nochmal etwa eine Minute braten und die Pfanne dabei rütteln. Die Tomaten immer mal wenden, aber zerfallen sollen sie nicht. Und dann ab damit auf den Teller!

Hähnchen-Serrano in Weißwein

Bevor die Kinder da waren, sind Manu und ich viele Male nach Barcelona gereist. Diese Stadt hat einen Rythmus, der dem unseren sehr entgegengekommen ist. Und das Essen ist quasi überall hervorragend. Daher kam das Buch „Antipasti & Tapas“, erschienen 2010 im Verlag Zabert Sandmann recht schnell in unsere Bibliothek. Der Titel ist jetzt nicht total thrillermäßig spannend, aber die Rezepte sind sehr gut erklärt und schmecken durchweg spitze.

  • 500 g Hähnchenbrustfilet
  • 3 EL Olivenöl
  • 100 g Serrano-Schinken
  • Salz / Pfeffer / Kreuzkümmel
  • 1 Zweig Thymian
  • 150 ml trockener Weißwein

Das Hähnchenfleisch waschen, trockentupfen und in Würfel schneiden. Mit dem Öl etwa 2 – 3 Minuten anbraten. Den in Streifen geschnittenen Schinken dazugeben und würzen. Dann die Thymianblätter dazu und mit Weißwein ablöschen. 10 Minuten köcheln lassen. Fertig.

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