My Body is a Wonderland – Teil 3

Der wichtigste Körperteil während der Schwangerschaft ist meiner Meinung nach der eigene Geist. Wie sehr die eigene Einstellung einem hilft, und wie sehr wir unseren Körper steuern können, ist mir während der Geburt klar geworden. Nach den Eröffnungswehen habe ich Angst bekommen vor dem, was darauf zwangsläufig folgt und habe die Wehen kurzerhand abgestellt. Nach viel gutem Zureden von der Hebamme, Manu und meiner Schwiegermama, einem großem Schluck Cola und einem noch größeren Stück Schokolade habe ich die Wehen dann wieder zugelassen, und sie kamen dann auch. Zugegeben: Es gibt wirklich schöneres als Presswehen, aber am Ende liegt dann da ein kleiner Zwerg und kräht. Eine bessere Motivation fällt mir jetzt auch nicht ein.

Natürlich kann ich nicht alles kontrollieren, aber meine Irrationalität sehr wohl. Am Anfang der Schwangerschaft war ich oft unsicher. Jedes Bauchzwicken in den ersten Wochen hat mich erschreckt. Ich hatte Angst, dass dem Kind etwas geschieht, dass es weggeht, und ich nichts tun kann. Aber irgendwann kam der Moment – so in der neunten Woche – in dem ich beschlossen habe, damit aufzuhören. Wenn man sich immer nur vor Dingen fürchtet, die man nicht kontrollieren kann und die VIELLEICHT passieren, wird man verrückt. Also habe ich alle Gedanken, die in diese Richtung gingen, mit einem lauten Nein aus meinen Gedanken geschoben. Die ersten paar Male noch bewusst und dann ging es von selbst.

Mittlerweile kenne ich viele junge, wunderbare Mamis. Und je mehr ich diesen wunderbaren Frauen zuhöre, desto mehr wird mir klar, wie viel ich noch nicht weiß von meinem neuen Leben. Die vergangenen 14 Wochen haben mir aber gezeigt, dass ich davor keine Angst zu haben brauche. Denn als Anton auf die Welt gekommen ist, da kannte ich ihn schon seit 40 Wochen. Dieses Kind war mir keine Sekunde fremd. Natürlich habe ich noch nicht alle Handgriffe gekonnt, aber ich war mir gleich sicher, dass wir uns verstehen werden. Diese Sicherheit ist nicht selbstverständlich. Viele sind nach der Geburt nicht high, sondern low. Und damit dann noch empfänglicher für 1000 Ratschläge, die oft mehr verwirren wie bestärken. Das eigene Gefühl wird in den Hintergrund gedrängt und als falsch deklariert.

Mein Lieblingskinderlied, das ich Anton auch fleißig vorsinge, ist „Die Gedanken sind frei“. Das mag schon sein; aber zu diesen Gedanken zu stehen als Neuling auf dem Gebiet des Kinderkriegens, kann eine harte Nuss sein. Aber ich kann nur jedem raten, am Ball zu bleiben. Es geht wohl darum, die richtige Mischung zu finden. Natürlich weiß ich nicht alles, natürlich brauche ich in vielem Hilfe. Aber ich will selbst entscheiden, welchen Ratschlägen ich folge und welchen nicht. Meine Hebamme hat mir folgende Lektüre empfohlen: Die Hebammensprechstunde von Ingeborg Stadelmann. In diesem Buch beschreibt sie die Schwangerschaft, die Wochen danach, die ersten Kinderkrankheiten und wie man ganzheitlich dagegen vorgehen kann. In manchen spricht sie sehr radikal aber in der Grundaussage hat sie vollkommen Recht: Die Mutter kennt ihr Kind am besten.

In diesem Sinne schließe ich diesmal musikalisch.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s